Siberia

Image credit: NBC

Siberia

Von Ingo Richter

Die Idee für diese Show klingt gut: "Wir setzen 16 Kandidaten mitten in Sibirien aus und sie müssen ohne Hilfe überleben. Der letzte der übrig bleibt, bekommt eine halbe Million Dollar."

Um was geht es?

Die Idee für die Serie klingt auch nicht schlecht: "Wir tun so, als ob es um eine Reality-Show geht, aber dann lassen wir seltsame, unnatürliche Ereignisse passieren."

Das alles basiert auf dem sogenannten Tunguska-Ereignis aus dem Jahre 1908. Damals gab es unter anderen Explosionen und bis heute ist nicht geklärt, was der Grund für die Explosionen war. Die "Kandidaten" der "Show" werden in der gleichen Gegend ausgesetzt und bewohnen einige Holzhütten, die genau an der gleiche Stelle stehen wie eine frühere Siedlung deren Bewohner nach dem besagten Ereignis verschwanden.

Zunächst ist es für den Zuschauer aber nicht ganz einfach zu unterscheiden was ein von den Produzenten der Reality-Show geplantes Ereignis ist und was ein unnatürliches Ereignis sein könnte. Die Kandidaten müssen sich um ihr Überleben selbst kümmern, bekommen von den Produzenten jedoch hin und wieder Hilfe in Form von Nahrung, Werkzeugen, etc. Dass es auch Streitereien unter den Kandidaten gibt, kann man sich ja denken.
Ach ja, wenn ein Kandidat die Show beenden möchte, geht er durch ein kleines Holztor, drückt einen roten Knopf und dann wird er von einem Hubschrauber abgeholt.

Was gefällt?

In gewisser Weise ist die Serie spannend. Sie ist nicht super spannend und ich schaue sie meist nebenbei, aber mich interessiert wie es weitergeht. Das ganze ist tatsächlich wie eine Reality-Show konzipiert. Die Kamera ist wackelig, ab und zu werden die Kameramänner angesprochen und es gibt auch diese typischen 1-Person-Interview.

Die Schauspieler machen einen guten Job und kommen authentisch rüber. Negativ würde ich die Umsetzung des Kamerastils bewerten. Es soll eine Reality-Show sein und das, was wie Zuschauer sehen, ist nur das aufgenommene Material von den Reality-Show Kameras. Dann ist es auch logisch, dass die Kameramänner schon mal angesprochen werden, obwohl sie anscheinend externe Mitarbeiter sind und kein Wissen über den Verlauf der Show haben. Aber wieso verstecken sie sich nicht, wenn beispielsweise alle Kandidaten in die Hütten gehen, weil angeblich ein Tiger umher läuft?

Die Kandidaten empfinden in diesen Momente reale Angst, aber wenn die Kameramänner quasi cool bleiben, wirft das doch Fragen auf und macht die Stimmung kaputt. Vielleicht ist das auch das Ziel der Serie, dass der Zuschauer nie ganz sicher sein kann, was real ist und was nicht. Das gelang den Machern von Blair Witch Projekt beispielsweise besser.

Die Serie hätte sich entscheiden müssen: Entweder wird die Reality-Show gefilmt und wir sehen wie die Show-Kameramänner ihren Job machen, oder wir sehen die Serie aus den Augen der Show-Kameramänner und diese dürften entsprechend nicht so weit außerhalb der Ereignisse stehen.

Fazit

Auch wenn der Stil nicht unbedingt hilfreich ist um eine authentische Stimmung zu schaffen, hilft er dabei den Zuschauer darüber zu verwirren was "Show" ist und was nicht. Das macht die Serie interessant und zumindest für Liebhaber von mystischen Serien ist sie durchaus einen Versuch wert.