Fazit zur WWDC 2014

Image credit: Apple

Fazit zur WWDC 2014

Von Ingo Richter

Das war wahrlich eine reine Software-Show, die Apple zum Auftakt der WWDC abgeliefert hat. Das wiederum bedeutet, wir können in den nächsten ca. 5 Monaten mit einigen Single-Shows rechnen und die erste wird gar nicht lange auf sich warten lassen. Aber der Reihe nach…

Swift - Objective-C ohne C

Die größte Überraschung des Abends: Apple stellt eine neue Programmiersprache vor. Mit Swift kann man all die tollen Apps 1 programmieren, für die bis dato noch Objective-C notwendig war. War das überhaupt gewünscht? Ja. Objective-C ist nicht gerade als elegante Sprache bekannt und Swift scheint mir dieser Makel zu beseitigen. Detailliertere Auseinandersetzung 2 mit der neuen Sprache wird es in den nächsten Monaten bestimmt geben.
Kritisieren kann man übrigens, wie auch schon bei Microsofts C#, den proprietären Charakter von Swift.

OS X Yosemite

Wie erwartet wird OS X aufpoliert und orientiert sich vom Design her am flachen iOS 7. Was man bereits sehen konnte, sah gut aus. Neben Änderungen am Notification Center, Spotlight, Safari und Mail, sind die Schlagworte Continuity und iCloud Drive am interessantesten.

Ersteres stellt eine noch engere Verbindung zwischen iGeräten und den Macs her. Man kann endlich Dateien hin und her kopieren, Anrufe vom Mac aus führen und Magie genießen. Beispiel: Ich surfe auf dem Mac eine Website an, schnappe mir mein iPhone, gehe weg und bekomme die Möglichkeit mit einem Klick die Website auf meinem iPhone zu öffnen. Und das geht theoretisch mit allen Programmen, die diese Funktion implementieren.

Das iCloud Drive ist eine Art Dropbox. All die Dateien, die jetzt schon in der iCloud liegen, aber nur mit einem bestimmten Programm verknüpft sind, kann man jetzt direkt über einen Dateibrowser ansprechen. Eine längst überfällige Funktion, aber schön dass sie endlich kommt.

iOS 8

Für das mobile Betriebssystem hat Apple eine Reihe von Neuerungen vorgestellt, die es bei den Konkurrenten längst gibt.

  • Die Message App versendet bspw. Audio und Videos.
  • Man wird Drittanbieter-Tastaturen installieren können.
  • Siri weckt man statt mit "Ok Google" mit "Hey Siri" auf.
  • Und Apps können anderen Apps ihre Funktionalität außerhalb ihrer Sandbox anbieten.

Richtig neu ist hingegen die Öffnungen von Touch ID für Entwickler, eine Art Familie-Verwaltung genannt Family Sharing für Apps, Fotos, Erinnerungen.
Und HealthKit (statt HealthBook). Apple ist also der Meinung, dass es doch schon genug andere Geräte gibt um ein HealthKit zu rechtfertigen bzw. um die Einführung für die Entwickler zu rechtfertigen. Vermutlich wird Apple ca. einen Monat bevor die iWatch in den Verkauf geht und gleichzeitig iOS 8 herauskommt, ein Event abhalten und die Entwickler-SDKs für die iWatch veröffentlichen.

Zucker für die Entwickler

Neben einer neuen Programmiersprache gibt es weitere Änderungen für die Entwickler, auf die ich nicht genauer eingehen werde. Interessant ist sicherlich die Metal-API, die aus den iGeräten mehr Grafik rauskitzeln wird als bei den Android-Konkurrenten (so lange diese nicht mit einer ähnlichen Technologie nachziehen). Apple meint es ernst mit dem Gaming.

Für ein größeres iPhone gab es auch schon eine indirekte Bestätigung in Form einer Einstellung in Xcode für Resizable iPhone/iPad.

Fazit

Mehr als erwartet, wobei die größte Überraschung sicherlich die neue Programmiersprache ist. Nun warten wir alle auf die passende Hardware.

  1. Laut Wikipedia ist die WWDC App von Apple die erste in Swift geschriebene App. 

  2. Das offizielle Buch zur neuen Swift-Programmiersprache